
Früher gab es für die Fischer keinen Hafen und damit auch keine Anlegestellen. Die Fischerboote wurden auf den Strand gezogen und von dort am nächsten Tag wieder ins Wasser gebracht. Diese schwere Arbeit wurde von Ochsen (bous) erledigt, die im Cabanyal in einem großen Stall (casa del bous) untergebracht waren. Sie gehörte der Fischerzunf
Früher gab es für die Fischer keinen Hafen und damit auch keine Anlegestellen. Die Fischerboote wurden auf den Strand gezogen und von dort am nächsten Tag wieder ins Wasser gebracht. Diese schwere Arbeit wurde von Ochsen (bous) erledigt, die im Cabanyal in einem großen Stall (casa del bous) untergebracht waren. Sie gehörte der Fischerzunft "Marina Auxiliante".
Die bisherige Casa del bous in der "Calle San Telmo" (heute Calle Benlliure zur Ecke Escalante 232) lag durch die Entstehung von neuem Land immer tiefer im Inneren des Dorfes. Der Weg zu den Fischerbooten wurde immer weiter und beschwerlicher. Königs Alfonso XII setzte sich bei einem Besuch im Cabanyal im Jahr 1877 in einem Brief für den Neubau einer casa del bous in Meeresnähe ein. Dies war der Startschuss. Trotzdem dauerte es noch ca. 20 Jahre bis die neue "casa del bous" 1895 fertig gestellt wurde.
Die alte Casa del bous wurde später umgewandelt in ein Kinderheim für die Fischer, betrieben von den Franziskaner-Brüdern. Letztlich gingen alle Kinder des Cabanyal in dieses Heim, dort gab es Mittagessen und abendliches Vesper für wenig Geld. Viele dieser Kinder sind später bedeutende Persönlichkeiten im Cabanyal geworden.
Die Fertigstellung der neuen Casa del Bous dokumentiert die darauf angebrachte Sonnenuhr mit der Jahreszahl 1895. Das Gebäude ist bis heute erhalten, steht aber derzeit leer. Vicente Blasco Inbañez erzählt in seiner Novelle "Flor de Mayo" darüber. Auch der Maler Joaquin Sorolla hat einige Gemälde dazu erstellt. Die Casa del bous liegt direkt neben der Lonja de Pescadores an der Calle de los Pescadores 39. Siehe auch: La Casa del bous.
Durch die geplante Avenida Blasco Ibañez wäre die Casa del bous auch abgerissen worden. Es gibt einen Plan, die Casa del bous als Museum zu nutzen.
Die Bezeichnung "pesca del bous" ist demgegenüber etwas völlig anderes. Die "pesca del bous" bedeutet eine Art des Fischfangs, bei der die Fische durch das Ziehen von zwei Schiffen am Anfang in ein breites Netz gehen. Die Schiffe sehen aus wie zwei Hörner. Diese Art des Fischfangs wurde größtenteils durch die Krone verboten und nur noch wenigen Fischern erlaubt, da dadurch die Überfischung des Meeres schon damals in Gefahr war.

Die Fischerzunft "Marina auxiliante" erbaute im Jahr 1904 die Lonja de Pescadores. Damit sollte ein neues Gebäude für den Fischmarkt des Cabanyal entstehen, mit 40 Lagerräumen auf zwei Ebenen, 100 Meter lang und 25 Meter breit.
Doch diesen Zweck erfüllte die Lonja de Pescadores nur bis 1909. Dann wurde sie wegen des Afrikakrieges umfunkt
Die Fischerzunft "Marina auxiliante" erbaute im Jahr 1904 die Lonja de Pescadores. Damit sollte ein neues Gebäude für den Fischmarkt des Cabanyal entstehen, mit 40 Lagerräumen auf zwei Ebenen, 100 Meter lang und 25 Meter breit.
Doch diesen Zweck erfüllte die Lonja de Pescadores nur bis 1909. Dann wurde sie wegen des Afrikakrieges umfunktioniert in ein Krankenhaus, mit eingerichteter Küche, Apotheke und Operationssälen. Die vorhandenen guten hygienischen Bedingungen und die einfache Adaption in die neue Funktion führten dazu, dass keinerlei Umbauten dafür gemacht werden mussten.
Heute ist die Lonja de Pescadores ein Gebäude mit vielen Wohnungen. Sie liegt an der calle Eugenia Viñes, 153. Internet: La Lonja de los Pescadores
Die im El Cabanyal seit Anfang des 20. Jahrhundert entwickelte Architektur ist der sogenannte populäre Jugendstil (spanisch: Modernismo), der von der Professorin Trinidad Simó wie folgt beschrieben wird: ein besonderer volkstümlicher Modernismus, von und für das Volk geschaffen, welcher, auch wenn er sich nach den Modellen der Städten ric
Die im El Cabanyal seit Anfang des 20. Jahrhundert entwickelte Architektur ist der sogenannte populäre Jugendstil (spanisch: Modernismo), der von der Professorin Trinidad Simó wie folgt beschrieben wird: ein besonderer volkstümlicher Modernismus, von und für das Volk geschaffen, welcher, auch wenn er sich nach den Modellen der Städten richtet, seine eigene freie Auslegung findet, die sich auf den traditionellen Mitteln, wie die Wiederentdeckung der Kachelfliesen, gründet.
Die Jugendstilart des Cabanyal ist naiv, farbig, sich wiederholend, aber auch eigentümlich, handwerklich, frei von Normen, verzierend und direkt. Die Fliesen (Azulejos) haben helle Farben, gemischt mit blau, grün und weiß, die Farbgebung entspricht den Farben der Fischerboote. Charakteristisch sind die marineren Motive (z.B. Motive vom Fischfang) und auch Motive mit verschiedensten Blumen.
Die noch erhaltenen Jugendstilhäuser im Cabanyal sind überwiegend denkmalgeschützt. Beachtenswert ist, dass die meisten dieser Häuser keine Villen der reichen Valencianer waren (die es auch gab, insbesondere in der calle de la Reina), sondern sie gehörten Fischern, Bauern und Handwerkern des Cabanyal. Unterstützt wurden diese bei der Dekoration der Häuser von dem Architekten Victor Gosalves, dem Baumeister Tomás Cardona und dem Planzeichner Vicent Nicolau.
Es gab auch ganz handfeste Gründe für diese Art der Fassaden: Gekachelte Fassaden bieten einen sehr viel besseren Schutz gegen die Feuchtigkeit als gekalkte Fassaden. Die Feuchtigkeit war und ist ein großes Problem des Cabanyal, das enstanden ist auf dem Sand des Meeres. Auch in den Häusern war es deshalb üblich, die Wände bis zu einer Höhe von 1,50 m mit Azulechos zu fliesen.
Der Schwerpunkt des spanischen Modernismo ist Barcelona und Valencia. Ein bekannter Künstler in Barcelona war Antonio Gaudi (1852-1926) mit der berühmten Sagrada Familia. Ein sehr schönes Beispiel in Valencia ist die Estaçion del Norte de Valencia von 1917 (Nordbahnhof), entworfen von dem in Valencia geborenen Architekten und Baumeister Demetrio Ribes y Marco (1857-1921), oder auch der Mercado de Colon.
Die meisten Häuser mit Fassaden aus Azulechos befinden sich in den Straßen calle Escalante, Calle José Benlliure, Calle progreso, Calle barraca und Calle de la Reina.Die heutige Estacíon Cabanyalist eine Bahnstation. Man kann von dort nach Barcelona fahren.

El Casinet ist derzeit der Sitz der Sociedad Musical Únion de Pescadores (SMUP). Dieses Gebäude ist ein Symbol für die frühere Selbständigkeit der Fischer und Arbeiter des Cabanyal durch die Gründung einer solidarischen Organisation. Ab 1890, noch von der unabhängigen Gemeinderegierung "El Pueblo Nuevo del Mar" geplant, wurde El Casinet
El Casinet ist derzeit der Sitz der Sociedad Musical Únion de Pescadores (SMUP). Dieses Gebäude ist ein Symbol für die frühere Selbständigkeit der Fischer und Arbeiter des Cabanyal durch die Gründung einer solidarischen Organisation. Ab 1890, noch von der unabhängigen Gemeinderegierung "El Pueblo Nuevo del Mar" geplant, wurde El Casinet 1909 fertig gestellt. Es war in Besitz der Kooperative "El Progreso Pescador".
Zweck dieses Gebäudes war ursprünglich Sitz und Treffpunkt der Kooperative "El Progreso Pescador", die 1902 von den Arbeitern und Fischern gegründet wurde, um gegen die "Patrones" streiken zu können. Ziel der Gründung war die Loslösung von der Kooperative "Marina Auxiliante", in der im Laufe der Jahre die Bootsbesitzer, andere kleine Unternehmer wie auch reichere Fischer das Sagen hatten.
In 1924 befand sich die Kooperative in einer schwierigen ökonomischen Situation, deshalb ging "El Progreso Pescador über in die "Unión de Pescadores", ein Verein u.a. zur Absicherung der Renten der Fischer. Die Boote wurden verkauft und ab diesem Moment beschloss die Union de Pescadores, das Gebäude für soziale und kulturelle Aktivitäten zu nutzen, wie Fußball, Fechten, Theater und Tanz einschließlich einem Café für die Fischer und Arbeiter.
In 1926 gründete sich die "Sociedad Musical Unión de Pescadores (SMUP), die ihren Ursprung hat in der 1880 gegründeten ersten Kapelle des Cabanyal, damals unterstützt von Padre Luis Navarro. El Casinet war auch für diese neue Sociedad der Sitz und stellte die Räumlichkeiten für das Musizieren.
Unter der Diktatur von Franco, ab 1939, wurden die Fischerzünfte alle verboten, damit auch die Unión de Pescadores. Die einzige Aktivität blieb mit der "Sociedad Musical Unión de Pescadores". Sie ist heute Besitzerin dieses Gebäudes und erhält es als Symbol des damaligen Fischerdorfes. Als Musikschule ist sie sehr erfolgreich tätig, mit einem großen Angebot für verschiedene Instrumente für Kinder und Erwachsene, wichtig auch für die Ausbildung der Kapellen der Fallas. Derzeit wird das Casinet komplett restauriert.
Das Casinet befindet sich in der Calle benlliure 272.
Der Bloque dels Portuaris war ein sozialer Wohnungsbau für die Werftarbeiter. Der Stil dieses Häuserkomplexes ist auch Jugendstil, sie wurden vom gleichen Architekten entworfen wie der Nordbahnhof, dem Architekten Demetrio Ribes. Betrachtet man den Bloque dels Portuaris aus der Sicht vom Meer, sieht man die Jugendstilelemente sehr schön.
Der Bloque dels Portuaris war ein sozialer Wohnungsbau für die Werftarbeiter. Der Stil dieses Häuserkomplexes ist auch Jugendstil, sie wurden vom gleichen Architekten entworfen wie der Nordbahnhof, dem Architekten Demetrio Ribes. Betrachtet man den Bloque dels Portuaris aus der Sicht vom Meer, sieht man die Jugendstilelemente sehr schön. Nachdem der Werftbau immer mehr abnahm und die Regierung von Valencia zum Bau der Avenida Blasco Ibanez bis zum Meer den Häuserblock abreißen wollte, wurde die Gebäude nicht mehr renoviert und es zogen immer mehr Romas und Sintis ein, teilweise sind die Wohnungen in Besitz von Leuten aus dem Cabanyal, teilweise sind die Wohnungen besetzt.
Nach dem Regierungswechsel hat das neue Ministerium für Wohnungswesen eine Kommission eingesetzt, die sich aus Vertretern der Generalitat, des Plan Cabanyal, des Rathauses von Valencia, Vertretern der Nachbarschaft und Salvem Cabanyal zusammensetzt, um mögliche Maßnahmen, Sanierung oder Abriss, zu besprechen.
Mittlerweile ist entschieden, dass der Bloque dels Portuaris abgerissen wird. Das Problem der Unterbringung der jetzigen Bewohner ist noch offen.

Diese Cabanyas sind ein Beispiel für den Wiederaufbau von kleinen Häusern nach der verheerenden Brandkatastrophe im Jahr 1875. Unter Leitung von Padre Luis Navarro baute man für die mittellosen Bewohner des Cabanyal auf den alten Grundstücken, die von Straße zu Straße gingen mit ca. 100 m² Grundfläche, kleinere Häuser. Diese hatten jeweil
Diese Cabanyas sind ein Beispiel für den Wiederaufbau von kleinen Häusern nach der verheerenden Brandkatastrophe im Jahr 1875. Unter Leitung von Padre Luis Navarro baute man für die mittellosen Bewohner des Cabanyal auf den alten Grundstücken, die von Straße zu Straße gingen mit ca. 100 m² Grundfläche, kleinere Häuser. Diese hatten jeweils einen Eingang von einer Straßenseite und eine Grundfläche von 45 m². Die calle Padre Luis Navarro wie auch die calle Barraca waren die Straßen, die damals im Zentrum der Brandkatastrophe lagen. Siehe auch die Geschichte von Padre Luis Navarro auf dieser Seite "Kultur".
Die Cabanyas liegen an der Calle Padre Luis Navarro und der Calle Barraca 305.

Das Gebäude "Casa de la Reina" ist im Jugendstil gebaut und steht damit unter Denkmalschutz. Die Bibliothek ist für jedermann öffentlich. Wenn man ein Buch ausleihen möchte, muss man einen Wohnsitz im Cabanyal haben.
Die Bibliothek des Cabanyal liegt in der Calle de la Reina 85. Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 8.45-14.45 Uhr und von 15.15-19.45 Uhr, Samstags von 9.30-13.30 Uhr.
Mit der Eingemeindung des Cabanyal nach Valencia wurde eine öffentliche Verkehrsanbindung immer wichtiger. Die Straßenbahn, erst mit Dampf betrieben, später elektrisch, führte durch die Calle de la Reina parallel zum Meer. Noch heute kann man eine Schneise paralell zur Calle Eugenia Viñes 111 bis 117 sehen. Später wurde die Straßenbahn v
Mit der Eingemeindung des Cabanyal nach Valencia wurde eine öffentliche Verkehrsanbindung immer wichtiger. Die Straßenbahn, erst mit Dampf betrieben, später elektrisch, führte durch die Calle de la Reina parallel zum Meer. Noch heute kann man eine Schneise paralell zur Calle Eugenia Viñes 111 bis 117 sehen. Später wurde die Straßenbahn verlegt, sie führt heute durch die Carrer de Pavia.
Die heutige Estacíon Cabanyalist eine Bahnstation. Man kann von dort nach Barcelona fahren.