El Cabanyal
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Selbstverwaltung

Mit dem Namen des neuen Dorfes "El Poble Nou del Mar" (valencianisch) oder "El pueblo nuevo del Mar" (castillanisch) beginnt im Jahr 1837 die Zeit der Selbstverwaltung und der ersten demokratischen Wahlen auch im Cabanyal. Die Zeit der Unabhängigkeit und autonomen Selbstverwaltung dauert an bis 1897. Überall und auch im Cabanyal kämpften die "progresistas" gegen den Carlismus, den Absolutismus. 

Zur damaligen geschichtlichen Situation siehe auch Verfassung von Cadiz. Nach wie vor mussten die Fischer in der Epoche zwischen 1808 und 1824 einen Tribut an die Kirche bezahlen. Ein Zehntel von allem, was sie fischten, mussten sie abgeben. Ebenfalls verlangte die Kirche Pacht für die Grundstücke, auf denen die Häuser der Fischer, Handwerker und Bauern standen.

Mit den Forderungen nach Gleichheit, Brüderlichkeit und Freiheit forderten auch die Bürger im Cabanyal eine Verfassung und Wahlen. Im Jahr 1837 wird der erste Bürgermeister der neuen Gemeinde "El pueblo nuevo del Mar" gewählt. Er heißt Francisco Cubell, er ist ursprünglich Kapitän des Nationalen Militärs. Eine Straße ist noch heute nach ihm benannt, die "calle de Francisco Cubells".

(Foto: Cabanyal im Jahr 1880)


Fischerkooperativen

Im 18. Jahrhundert gab es verschiedene Ansätze Fischerzünfte (cofradías) zu bilden. Es ging um die Verteidigung der Küsten gegen Feinde, um Fischereirechte, um Hilfe für Fischer in Not und um gemeinsame Güter für den Fischfang, wie Ochsen und Pferde, Boote, Fuhrwerke und Fischereigeräte. 1864 gründete sich eine Kooperative namens "Marina".

Parallel dazu gründeten Fischer eine weitere Zunft, die "Protectora". Im Jahr 1866 beschlossen beide Zünfte, sich zu vereinen mit dem Namen "Marina Protectora". Alle diese Vorgänger mündeten in der Gründung der "Marina Auxiliante" am 23. November 1874. Diese Genossenschaft bestand bis Mitte des 19. Jahrhunderts. 

Erste später, im Jahr 1902, gründeten ärmere Fischer eine weitere Kooperative, die El Progreso del Pescadores, mit dem Ziel, streiken zu können. Sie spaltete sich ab von der Marina Auxiliante, da dort hauptsächlich reichere Fischer und die Besitzer von Booten organisiert waren. 


Neuer Städteplan 1840

Der General D. Antonio González Madroño zeichnet 1840 einen neuen Städteplan für das moderne Cabanyal. Diese städtebauliche Gestaltung ist bis heute in den Grundstukturen erhalten. Ursache waren, wie im vorigen Kapitel schon beschrieben, die verheerenden Katastrophen durch Feuer und Epidemien. Die Verwendung von Stroh und Holz in den eng aneinander liegenden Häusern verursachten Feuerbrände. Die Feuchtigkeit durch den Sandboden des ehemaligen Meeres und die leichte Ansteckung durch die Enge waren Grund für Epidemien, eine besonders Schlimme brach im Jahr 1834 aus.

Der Plan sah eine klare Struktur für die neuen Straßen vor, gerade Straßen parallel zum Meer und direkt hin zum Meer, für den reibungslosen Transport zwischen Meer und Gemeinde. Genaue Maße für die Größe der neu zu bauenden Häuser wurden festgelegt. Viele Häuser sollten eine Breite von ca. 32 Palmos  und eine Länge von 90 Palmos haben, die Ställe eine Breite von 84 Palmos. Die meisten Häuser wurden "casas de cuarto" genannt, sie gingen von Straße zu Straße und hatten oft eine Grundfläche von 145 m² bis 160 m².

"Lateinisch palmus (‚Handfläche') heißt ‚handbreit', bei den Römern war das ¼ pes (Fuß), also 7 ½ cm, ein recht kleines Maß. Je nach Land war der Palmo in der mittleren Neuzeit dann eher der Spanne (gut 20 cm) oder dem Fuß (um 30 cm) gleichzusetzen" (aus Wikipedia).

Die Fassaden waren weiß zu streichen mit gleicher Dekoration, die Höhe und Größe der Türen, Fenster und Wohnräume war ebenfalls festgelegt. Die Häuser sollten ein-, zwei- oder dreistöckig sein und mit solidem Material gebaut werden, also mit Stein und Ziegeln.

So entstand in den folgenden Jahrzehnten ein neues Viertel, gebaut Haus an Haus, mit geraden parallel laufenden Straßen, und einer Symbiose zwischen Wohnhäusern, kleinen Betrieben, Werkstätten, kleinen Fachgeschäften und den Fischern. Enge Beziehungen zu den Nachbarn wurden gepflegt und die Straße wurde als Erweiterung der Wohnung benutzt, insbesondere bei Festen.

Allerdings führte dieser Plan auch zu einer Teilung der Gemeinde in soziale Klassen. In Canyamelar, der Zone neben dem Hafen bis zur calle Mediterráni, baute man Häuser mit drei Stockwerken. Darin siedelten sich meiste wohlhabendere Leute an, Schiffsbesitzer oder Hafenbeamte wie auch Arbeiter der Hafen- und Lagerbetriebe. Im Cabanyal (calle Mediterráni bis calle Pintor Ferrandis) baute man eher zweistöckig, darin lebten Fischer und Handwerker mit etwas mehr Verdienst. Und zu guter Letzt, im Cap de Franca (calle Pintor Ferrandis bis Avenida de Tarongers) gab es viele einstöckige Häuser, die einfachen Fischern und Bauern zugewiesen wurden.

Im Jahr 1890 hatte El Pueblo Nuevo del Mar 11291 Einwohner.


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