El Cabanyal
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Neues Land und Feuer

 Im Jahr 1792 war der Bau der großen Hafenmole fertig. Die Strömung schwemmte jeden Tag mehr Erde und Sand an den Strand des Cabanyal, die neue Mole verhinderte den natürlichen Abtransport zurück ins Meer. Stück für Stück zog sich das Meer zurück, der Strand wurde immer breiter. Unerwartet gewann das Dorf schnell an Land unter den Augen der erstaunten Fischer.  (Bild: Die neue "casa del bous", erbaut auf dem Landgewinn durch die Hafenmole.)


Das Land gehörte der Kirche

Vor dem Bau der Mole begann der Strand erst ab der heutigen Calle de Escalante, bis dahin ging das Meer, heute nicht mehr vorstellbar. Nach dem Bau der Mole, im Jahr 1803, deklarierte die spanische Krone das neue Land zu ihrem Eigentum. Die Fischer, Bauern und Handwerker mussten den Boden pachten. Man baute immer mehr Häuser und neue Straßen auf dem neuen Grund Richtung Meer.

Der große Einfluss der Kirche, gerade für die Fischer, zeigt sich auch am Bau von zwei Kirchen, der Iglesia de Nuestra Señora del Rosario (1738-1774) und der Iglesia de Nuestra Señora de los Ángeles (1814). Alle diese Kirchen sind speziell den Fischern und ihrer harten Arbeit auf dem Meer geweiht. Die heute noch jedes Jahr gefeierte Semana Santa de Marinera hat ihren Ursprung aus dieser Zeit.


Las casas del bous

Früher gab es für die Fischer keinen Hafen und damit auch keine Stellen zum Anlegen. Die Fischerboote wurden auf den Strand gezogen und von dort am nächsten Tag wieder ins Wasser gebracht. Für diese schwere Arbeit begannen die Fischer sich Ochsen zu halten, welche die Fischerboote in Wasser brachten und wieder heraus zogen. Zur Unterbringung der Ochsen (bous) schlossen sich anfangs mehrere Fischer zusammen, man brachte die Ochsen in einem gemeinsamen Stall namens "casa del bous" unter. Später war die casa del bous Eigentum der Genossenschaft der Fischer.

Die erste casa del bous lag in der calle San Telmo, heute an der Ecke calle Escalante 232 zur calle José Benlliure. Durch die Entstehung von neuem Land lag diese casa del bous immer tiefer im Inneren des Dorfes. Der Weg zu den Booten wurde zu weit. Aber erst ab dem Jahr 1874 baute man in Strandnähe die neue "casa del bous" an der Ecke carrer de pescadores zur carrer de Eugenia Vines. Sie ist bis heute erhalten und zu erkennen an der Sonnenuhr, im Jahr 1894 angebracht zur Einweihung.


Pesca del bous

Die Bezeichnung "pesca del bous" ist demgegenüber etwas völlig anderes. Die "pesca del bous" bedeutet eine Art des Fischfangs, bei zwei Schiffen ein breites Netz hinter sich her ziehen, mit dem die Fische gefangen werden. Die Schiffe sehen aus wie zwei Hörner, deshalb der Name pesca del bous. Diese Art des Fischfangs hatte die Krone schon damals allgemein verboten. Nur wenigen Fischern war diese Fangart erlaubt. Denn schon damals bestand die Gefahr der Überfischung des Meeres.


Feuersbrunst im Jahr 1796

Dieses Flächenfeuer zertörte praktisch das ganze Cabanyal. Was war der Grund? Die Häuser waren direkt aneinander gebaut, die Mauern aus Lehm mit Holz waren dünn und spröde, die Dächer mit Stroh bedeckt. Die Möbel bestanden meist aus Kiefernholz, am offenen Feuer wurde gekocht. Viele hielten sich Hühner im Hinterhof, der auch mit Stroh ausgelegt war. So konnte ein kleiner Funken aus dem Küchenofen leicht einen Brand  entfachen, der sich schnell von Haus zu Haus übertrug.

Am 21. Februar 1796 fingen innerhalb von 6,5 Stunden alle Häuser Feuer. Es blieb nichts als Asche und die Erinnerung an dieses Desaster. Ein Jahr später, am 29. März 1797, erließ die Regierung ein Dekret, die neuen Häuser mit Stein und Dachziegeln zu bauen. Dieses Dekret hatte kaum Erfolg, da nur wenige Fischerfamilien das Geld hatten, ihre neuen Häuser mit diesen teuren Materialien zu bauen. So gab es viele Ausnahmen, die alte Bauweise wurde bis 1875 überwiegend weiter geführt. Deshalb gab es im Jahr 1875 eine erneute große Feuersbrunst, die 250 Häuser zerstörte. 

Um diese Feuersbrünste zukünftig zu vermeiden, beschloss der Gemeinderat die Umsetzung einer neuen noch heute erhaltenen städtebaulichen Struktur für das Cabanyal. Der "plan urbanístico" ab 1840 sah klare Linien vor, parallel verlaufende Einbahnstraßen für den Verkehr sowie neue Häuserblöcke mit festgelegten Breiten, Höhen und Tiefen. Außerdem war der Bau der Häuser mit feuerfesten Materialien zwingend. Der Plan wurde allerdings nur sehr langsam umgesetzt, so dass 1875 das Feuer nochmal ausbrechen konnte.

Im Jahr 1814 zählte das Cabanyal 1515 Einwohner, die meisten von ihnen waren Fischer.


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