
Nach einigen großen Schwierigkeiten der neuen Stadtregierung von Valencia, genügend Geld (ca. 30 Millionen Euro) für die Restruktierung des Cabanyal zu bekommen, ging die Sanierung ab dem Jahr 2016 los. Die erste ganz wichtige Maßnahme gleich nach der Regierungsübernahme war die tägliche Säuberung der Straßen. Denn die Regierung der PP hatte ganz bewusst keine Säuberung mehr durchgeführt, um das Viertel zu verwahrlosen. Kakerlaken und Termiten machten sich immer breiter. Insbesondere die Termiten sind für die mit Holzbalken stabilisierten Häuser eine große Gefahr. Hier hat sich seither viel getan.
Hauptziel war die Erneuerung der alten Kanäle für das Trinkwassers und das Abwasser. Gleichzeitig wurden die Gehwege als große Fußgängerzonen vergrößert. Ca. 6 Millionen wurden bereitgestellt für die Renovierung der Straßen calle Barraca, la Reina, Dr. Luch, Tarongers, mediterráni und die Querstraßen Pescadores, Francisco Cubell, Amparo Guillem. Mittlerweile sind viele Straßen schon renoviert. Es fehlt noch die gesamte sogenannte Zone Null, also die ehemalige Abrisszone. Hier muss noch weiteres Geld zur Verfügung gestellt werden.
Die alte Stadtregierung hatte für den Plan PEPRI um die 600 Häuser enteignet und teilweise auch schon abgerissen. Jetzt geht es darum, diese Häuser wieder bewohnbar zu machen durch Verkauf an Menschen, die in diesem Viertel wohnen wollen. Ebenfalls werden freie Grundflächen zum Bebauen angeboten. Dieser Prozess geht nur schleppend voran. Die Regierung versucht mit Auflagen, wer die stadteigenen Häuser und Grundstücke kaufen kann, zu verhindern, dass Spekulanten für Immobilien hier ihr Unwesen zu treiben beginnen.
Es besteht von vielen Anwohnern die Angst, dass im Cabanyal ein neues Rusafa entsteht. Das heißt ein Viertel mit unzähligen Nachtbars und Restaurants, Wohnungsvermietung in großem Stil über airbnb und ein Überhand nehmen des Tourismus. Die Organisationen Salvem Cabanyal und die Vecinos de Cabanyal fordern hier klare Maßnahmen von der Regierung.
Die Regierung hat im Cabanyal ein staatliches Planungsbüro eingerichtet, mit dem Namen Plan Cabanyal-Canyamelar. Auf der Internetseite kann man sich über alle Vorhaben informieren.
Die Stadtregierung von Valencia hat einen weiteren Plan zum Bau von neuem Wohnraum im Cabanyal Anfang 2019 vorgestellt und beschlossen. Da öffentlicher sozialer Wohnraum fehlt, sollen 800 neue stadteigene Wohnungen mit niedrigen Mieten gebaut werden, ein Teil davon soll reserviert sein für Leute unter 30 Jahren bzw. über 65 Jahren. Das sind 60 Prozent des geplanten Wohnungen.
Die restlichen 40 Prozent, das sind ungefähr 466 weitere Wohnungen sollen frei vermietet werden.Der Bloque del Portuarios wird abgerissen, dafür entstehen drei neue Gebäude mit 4 Stockwerken. Die grüne Zone, der "jardín Doctor Lluch" bleibt bestehen, zusätzlich mit weiteren geplanten Grünflächen. 10 Prozent der abgerissenen Zone soll Fußgängerzone werden.
Die Avenida Blasco Ibanez wird vor dem Cabanyal in einem neuen Kreisverkehr enden, genau dort, wo auch die Bahnstation des Renfe ist. Damit ist die Verlängerung der Avenica Blasco Ibañez, das Projekt von Rita Barberá (PP) endgültig Geschichte.
Ebenso ist eine Begrenzung der Appartements für Touristen vorgesehen. Vom gesamten Wohnraum im Cabanyal darf nur 10 bis 40 Prozent an Touristen vermietet werden. Außerdem sind 5 Parkhäuser geplant und ein Hotel mit 15 Stockwerken beim Hafen.
Eine italienische Künstlergruppe kam im Herbst 2019 ins Cabanyal und hat an verschiedene Häuser neue Graffitis gemalt. Sie kamen aus Bologna, der italienischen Partnerstadt von Valencia. Das Ganze ist damit ein sehr gelungenes Beispiel einer lebendigen Partnerschaft zwischen Italien und Spanien. Ein Beispiel einer Neugestaltung eines Hauses im Cabanyal ist hier unten dargestellt, mit dem Anblick alt und neu.